Stuhltransplantation bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa – Mein Erfahrungsbericht

Auf der Suche nach Alternativen zu meinen aggressiven Medikamenten und dem Chemotherapeutikum, stieß ich irgendwann auf die Eigenurintherapie und Stuhltransplantation. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du Dir erstmal denkst, oje wie ekelhaft ist das denn? Deswegen möchte ich an dieser Stelle direkt um Verständnis werben. Mir ging es 7 Jahre gesundheitlich äußerst schlecht. Ich hatte ununterbrochen blutigen Durchfall, heftige Schmerzen, musste meine Ausbildung abbrechen und verlor zeitweise viele soziale Kontakte, weil ich krankheitsbedingt aufs Bett, Bad oder Krankenhaus beschränkt war. Die Krankheit zerfraß mich physisch und mit der Zeit auch mental. So sehr, dass ich bereit war, illegal Cannabis anzubauen und es mit unkonventionellen Experimenten, wie der Stuhltransplantation auszuprobieren. Das machte ich nicht gerne, aber es ging mir so drastisch, dass ich bereit war, alles zu geben, mich gesünder zu fühlen, um wieder den Spaß am Leben zu finden. Ich bedanke mich für Dein Verständnis und warne Dich vor: Lese diesen Bericht nur weiter, wenn Du Dich dafür interessierst.

Der Flexibilität und einfacheren Umsetzbarkeit geschuldet, fokussierte ich mich vor der Stuhltransplantation zuerst auf die Eigenurintherapie. Durchaus mit Erfolg. Die Entzündung ging zurück. Aufgrund des verbundenen Gewichtsverlustes, musste ich von einer langfristigen Eigenurintherapie leider absehen. Die Stuhltransplantation rückte also wieder verstärkt in den Vordergrund.

Hinweis: 

In diesem Erfahrungsbericht teile ich Informationen, die nicht ohne einen Arzt durchgeführt werden sollten. Falls Du an einer Stuhltransplantation interessiert bist, bespreche das unbedingt mit einem Mediziner. Der Erfahrungsbericht dient zum Informationsfluss und zur Aufklärung. Er dient nicht als Anleitung oder Aufforderung zur Durchführung einer Stuhltransplantation. Eine Stuhltransplantation auf eigene Faust bringt unkalkulierbare Risiken mit sich, die im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich werden. Denn es können nicht nur stärkende Darmbakterien, sondern auch schädigende Stoffe übertragen werden. Zum Beispiel falls der Kot-Spender nicht gesund ist. Eine sichere Stuhltransplantation kann nur mit einem Arzt erfolgen!

Kurz zu mir (ausführlicher zu meinem Krankenverlauf)

Ich heiße Manuel Raff, bin 24 Jahre alt und erkrankte mit 16 an einer schweren Form von Morbus Crohn. 20-30 blutige Durchfälle am Tag, extreme Schmerzen und Krämpfe waren über viele Jahre Alltag. Meine Ausbildung zum Industriekaufmann musste ich abbrechen. Mein Zuhause konnte ich über viele Jahre überwiegend nicht verlassen. Mit 21 war ich medikamentös weitestgehend aus-therapiert. Starke Immunsuppressiva, hohe Dosierungen Kortison, Zäpfchen, magensaftresistente Tabletten,… verfehlten ihr Ziel. Selbst alle genannten Medikamente kombiniert mit monoklonalen Antikörpern, einem aggressiven Chemotherapeutikum brachten keine langwierige Besserung. Auf eigene Faust setzte ich mich mit unterschiedlichsten Naturstoffen auseinander. Mit durchschlagendem Erfolg. Seit über zwei Jahren bin ich Cannabis Patient und seit 2,5 Jahren bis auf das medizinische Cannabis medikamentenfrei und weitestgehend beschwerdefrei. Das war eine jahrelange Entwicklung mit Höhen und Tiefen. Genau genommen ein überwiegend 7 jähriges Tief und seit über zwei Jahren ein konstantes Hoch mit vielen Anpassungen und lehrreichen Erfahrungen und Experimenten in Eigenregie. Eine der Wichtigsten waren vor allem Cannabis CBD & THC, eine Ernährungsumstellung, die Stuhltransplantation und der strikte Verzicht auf Alkohol, Tabak und Schädliches.

Fakten und Infos zur Stuhltransplantation

Spenderkot als Medikation sind ein totgeschwiegenes und umstrittenes Thema in Deutschland und vielen anderen Regionen der Welt. Großangelegte Studien zur Stuhltransplantation sucht man vergeblich. Dabei ist die Behandlung mittels Kottransfer keine Entdeckung der modernen Medizin. Bereits im alten China des 4. Jahrhunderts finden sich Berichte von Behandlungen mittels einer oralen Kotzufuhr bei Lebensmittelvergiftungen oder starkem Diarrhö. Später wurde sie als sogenannte gelbe Suppe umschrieben. Im zweiten Weltkrieg wurden angeblich deutsche Soldaten bei Bakterienruhr mit Kamelkot behandelt. Das Ziel einer Stuhltransplantation ist die Stärkung der Darmbesiedelung und Darmflora nach einer, durch eine Krankheit verursachten Veränderung. Die gesunde Darmflora des Spenders soll auf, jene des Kranken übertragen werden und sich ausbreiten. In Amerika werden teils spektakuläre Behandlungserfolge erzielt und Darmkranken ein völlig neues und beschwerdefreies Leben ermöglicht. Die erste randomisierte Studie bei Clostridium difficile, einer durch eine Antibiotika Behandlung ausgelöste Darmentzündung und Durchfallerkrankung, fand in Amsterdam statt. Mit beachtlichen Erfolgen. Die Erfolgsquote der Stuhltransplantation lag bei 80-90%. Weitere Studien kamen zu ähnlich spektakulären Ergebnissen.

Stuhltransplantation bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa umstritten

Umstrittener und weniger belegt sind die Ergebnisse bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bisher gibt es keine eindeutigen Belege für eine Wirkung. Vor allem aufgrund der fehlenden Infrastruktur für randomisierte Studien in Deutschland. Eine experimentelle Studie mit 30 Colitis ulcerosa Patienten kam aber schon mal zu vielversprechenden Ergebnissen, die weitere Untersuchungen nötig machen. Den Patienten wurden vor dem Beginn der Studie alle Medikamente bis auf Mesalazin abgesetzt. Die Entzündung wurde vor und nach der Stuhltransplantation überprüft. Den Probanden wurde 500 Milliliter frischer Stuhlgang rektal verabreicht. Nach der Stuhltransplantation wurde bei 70% der Patienten eine klinisches Ansprechen festgestellt. Nach 12 Wochen trat bei 43,3% der Patienten eine Remission ein. Bei der Mehrzahl der Probanden traten keine Nebenwirkungen ein. Leichte Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen oder Übelkeit traten bei 23,3% der Patienten nach der Stuhltransplantation auf.

Eine weitere Studie kam zu ähnlichen Ergebnissen. Bei Colitis Ulcerosa Patienten trat eine signifikante Remission oder eine Remission ein. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass eine Übereinkunft zwecks Häufigkeit der Stuhltransplantation, des Volumens und der Stuhlgang Eigenschaften notwendig ist, um eine Remission zu realisieren.

Man geht davon aus, dass bei chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa eine regelmäßige Stuhltransplantation durchgeführt werden müsse, um optimale Ergebnisse und eine Remission zu erzielen. Die Häufigkeit und auch die Auswahl des Stuhlgangs könnten also durchaus eine entscheidende Rolle spielen. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, wie Du im Laufe meines Stuhltransplantation Erfahrungsberichts noch feststellen wirst.

Die Suche nach einem geeigneten Arzt

Im Internet begann meine Recherche. Ich fand Infos über zwei Stuhltransplantation Varianten. Einmal in Form eines Einlaufs und eine Alternative mit Kapseln. Da ich eine einen Einlauf unbedingt vermeiden wollte, suchte ich nach Ärzten, die eine Kapsel Kottransplantation anbieten. Die Suche gestaltete sich schwierig. Einmal fand ich kaum Ärzte, die eine Stuhltransplantation anboten. Und wenn doch, handelte es sich stets um einen Arzt auf Privatleistung. Krankenkassen verwehren sich der Thematik. Was nicht sonderlich verwundert. Großangelegte Studien, die eine Wirkung bei Morbus Crohn belegen, gibt es meines Wissens nach nicht. Weil ich die ungefähr 1000€ beziffernde Behandlung pro Stuhltransplantation nicht selbst tragen wollte, setzte ich mich intensiver mit der Kapsel Variante auseinander. Das würde ich schon irgendwie hinkriegen, dachte ich mir. Nach der Recherche fehlte aber noch das Wichtigste: Der Spender. Wem sollte ich bitte ohne ausgelacht zu werden vermitteln, dass ich seinen
Exkrement verkapseln möchte? Da fiel mir eigentlich nur einer ein. Mein langjähriger bester Freund. Der war verständlicherweise erstmal irritiert, aber nicht grundlegend abgeneigt. Als ich ihm erklärte, was der Sinn einer solchen Behandlung ist, begann er sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ihm war natürlich bewusst, dass ich mich des Morbus Crohn wegen an jeden existierenden Hoffnungsanker klammerte.

Erste Stuhltransplantation – Und nun?

Die erste Stuhltransplantation war noch sehr spartanisch ausgelegt. Mein Spender war zwar gesund, aber nicht in einem perfekten Zustand. Er trank am Wochenende gelegentlich Alkohol und konsumierte Tabak. Seine Ernährung entsprach ebenfalls nicht einem gesunden Optimum. Sagen wir moderat ausgedrückt, einfach mal Mittelmaß. Aber er hatte einen festen und geformten Stuhlgang. Also genau das, was sich ein Morbus Crohn Patient sehnlichst wünscht. Laut übereinstimmender Meinung von Ärzten soll man über zwei Tage verteilt, jeweils mindestens 20 Kapseln einnehmen. Wir beschränkten uns auf einen Tag, da der erste nicht sonderlich erfreulich ausfiel.

Wir schafften eine saubere Umgebung, zogen uns Handschuhe an und füllten den Stuhl in die Kapseln. Wie Du dir bestimmt vorstellen kannst, die Situation war einfach nur seltsam. Ich wartete mit dem Herunterschlucken der Kapseln, bis alle abgefüllt waren. Etwas Überwindung kostete es mich natürlich schon. Es schmeckte nicht gerade lecker. Die Kapseln waren schon etwas eingeweicht, der Geschmack drang hindurch. Aber da musste ich nun mal hindurch. Nacheinander schluckte ich die Kapseln in 3-er Schritten herunter. Ich war jedes Mal kurz davor mich zu übergeben. Mit viel Wasser wusste ich das, aber glücklicherweise zu verhindern.

Und das Ergebnis der ersten Stuhltransplantation? Ehrlich gesagt wusste ich das gar nicht so genau zu bewerten. Ich stellte mich auf eine längere Wartezeit ein. Was mir auffiel war, dass ich nach einiger Zeit wieder mehr Nahrungsmittel zu mir nehmen konnte. Ein großer oder erwähnenswerter Einfluss auf den Crohn machte sich allerdings noch nicht bemerkbar. So konzentrierte ich mich weiter mehr auf andere Naturstoffe wie zum Beispiel THC, CBD, Weihrauch und selbstverständlich intensivierte ich auch die Suche nach weiteren Alternativen.

Die 2. Stuhltransplantation

Etwa ein Jahr später als die Verträglichkeit gegenüber Speisen wieder abnahm und bei einem Schub die Beschwerden wieder etwas stärker wurden, meinte mein Kumpel, dass wir es vielleicht nochmal mit einer Stuhltransplantation versuchen sollten. Er ging davon aus, dass die Therapie gut anschlug. Ich selbst war mir der Sache nicht wirklich sicher. Die verzögerte Wirkung ließ mich unsicher und unschlüssig, ob die verbesserte Verträglichkeit tatsächlich auf die Stuhltransplantation zurückzuführen war.

Versuch Nummer zwei. Diesmal würden wir uns besser vorbereiten, nahm ich mir vor. Ich bestellte 3 große Spritzen und bereitete einen Kräutertrunk vor, um den unangenehmen Geschmack zu reduzieren. Wir beförderten den Kot in die Spritzen und füllten damit die Kapseln. Es war mit den Spritzen definitiv einfacher. Zwar kostete mich der Vorgang des Herunterschlucken diesmal weniger Überwindung. Dummerweise wartete ich aber wieder bis alle Kapseln abgefüllt und eingeweicht waren. Der Geschmack war wieder deutlich wahrnehmbar. Immerhin war es nicht das erste Mal, also runter damit. Am nächsten Tag führten wir, wie von Ärzten empfohlen eine zweite Kapsel-Stuhltransplantation durch. Und auch diesmal war ich mir nicht absolut sicher, ob die Stuhltransplantation anschlug. Zwar nahm ich nach einigen Wochen wieder eine verbesserte Verträglichkeit gegenüber Lebensmittel wahr, aber auch diesmal konnte ich die Wirkung nicht mit absoluter Sicherheit der Stuhltransplantation zuordnen.

Meine Festigung der Ansicht, dass die Darmflora eine entscheidende Rolle bei meinem Morbus Crohn spielen könnte

Ein 3/4 Jahr blieb die Verträglichkeit konstant optimiert. Bis sie vor ungefähr zwei Monaten wieder deutlich abnahm und Probleme bereitete. Ein Schub wurde ausgelöst durch eine erneute Krebserkrankung in der engsten Familie. Mit Cannabis (CBD und THC), Weihrauch, einem deutlich erhöhten Möhrensuppenbedarf, einem Kräutertrunk, bestehend aus organischem Schwefel, einem Bio Kräutermix und zusätzlich heimischer und gemahlener Blutwurzwurzel, schaffte ich es den Schub in Schach zu halten. Ich nahm zwar langsam an Gewicht ab. Die Entzündung blieb aber weitestgehend im Griff. Allerdings spürte ich deutlich, dass die Darmflora durch den Schub wieder aus dem Gleichgewicht geriet. Wir sprachen also erneut über eine Stuhltransplantation. So langsam verfestigte sich auch bei mir die Wahrnehmung, dass die Stärkung der Darmflora durch eine Stuhltransplantation bei meinem Crohn, neben Cannabis eine entscheidende Rolle spielen könnte. Eine dritte beziehungsweise vierte Stuhltransplantation sollte endlich Gewissheit schaffen.

3. Stuhltransplantation

Am 15. Mai 2019 war es so weit. Nachts führten wir eine weitere Stuhltransplantation durch. Es war fast wie ein ganz normales Treffen. Wir waren so verfestigt in der Routine, dass man fast hätte vergessen können, dass wir menschlichen Kot in Kapseln abfüllten. Wie glücklich kann ich mich schätzen, einen Freund an meiner Seite zu haben, der sich so engagiert und verständnisvoll für mich und meine Krankheit einsetzt.

Stuhltransplantation bei Morbus Crohn
Stuhltransplantation bei Morbus Crohn mittels Kapseleinnahme

Diesmal strebten wir einen perfekt durchgeführten Stuhltransplantation Vorgang an. Der Spender war bereits seit Monaten tabakfrei, seit einigen Wochen alkoholfrei und vor allem ernährte er sich durchwegs vorbildlich. Sein Stuhlgang verhielt sich weniger fest und besser zum Abfüllen. Frisch gepresster Apfelsaft und mein alt bekannter Käutertrunk waren wieder mit von Partie. Um den Geschmack zu neutralisieren schluckte ich die Kapseln, direkt nachdem die Kapselhälften verschlossen wurden mit Apfelsaft jeweils einzeln herunter, sodass sie weder eingeweicht waren und sich auch der Geschmack, nicht ungewollt in den Vordergrund drängte. Wir waren rasch fertig und schauten danach, zwei Tage verzögert zum Release, die fünfte Folge der finalen Game of thrones Staffel. Ein würdiger Abschluss der langen Nacht. Vor allem, weil die Folge deutlich mehr schockierte als die Stuhltransplantation.

Das vorläufige Stuhltransplantation Ergebnis:

Es war beeindruckend. Bereits am nächsten Tag beim Aufwachen hatte ich einen geformteren Stuhlgang und fühlte mich besser. Stuhlgang hatte ich an diesem Tag lediglich zwei mal. Die Tage darauf war der Zustand etwas weniger gut, als noch am ersten Tag, aber dennoch deutlich verbessert, wie vor der Stuhltransplantation. Ich nehme an, dass sich hier auch eine Art Placebo Effekt bemerkbar machte. Anders kann ich mir ehrlich gesagt nicht erklären, weshalb die Wirkung diesmal so schnell eintrat. Wie sich die Stuhltransplantation auf längere Sicht auf den Morbus Crohn auswirken würde, musste ich noch abwarten. Völlig aus dem Häuschen und positiv gestimmt war ich natürlich zu dieser Zeit dennoch.

Fazit der Stuhltransplantation nach 30 Tagen:

Ich kann es selbst kaum glauben. Einen Monat nach der Stuhltransplantation hat sich mein Zustand dermaßen stabilisiert, dass ich mich wieder normal ernähren kann. Bisher habe ich mir beim Essen nur vereinzelt Ausnahmen genehmigt. Seit ungefähr einer Woche esse ich tatsächlich das, auf was ich Lust habe.

Folgendes hat sich verändert:

  • Seit der Stuhltransplantation fühle ich mich deutlich fitter. Die sportlichen Aktivitäten wurden verdoppelt. Fühle mich voller Elan und Tatendrang.
  • Die Verträglichkeit für Lebensmittel haben sich verbessert. Und zwar so effektiv wie noch nie, seit der Erkrankung. Ich vertrage wieder Fettes, wie zum Beispiel Fleisch und Bratkartoffeln. Vertrage ich sonst Milchprodukte überhaupt nicht, funktioniert jetzt selbst das. Bisher konnte ich Lebensmittel, die ich vertrage an zwei Händen abzählen. Darum auch die jahrelangen Experimente zwecks Ernährung. Das hat sich um 180° gewendet.
  • Doch nicht nur beim Essen hat sich die Verträglichkeit verbessert. Auch bei Naturstoffen, die ich zeitweise zur Entzündungsreduktion einsetzte, wie den Heidelbeermuttersaft oder Chlorella änderte sich die Akzeptanz vollständig. Meinen zweimal täglichen Kräutertrunk ergänzte ich um jeweils einen gehäuften Teelöffel Kurkuma und etwas Chlorella.
  • War bisher Zucker einer der Dinge, gegen die sich mein Darm am deutlichsten zur Wehr setzte, akzeptiert er nach der Stuhltransplantation nun selbst das. Bisher entwickelte sich bei Zuckerzufuhr bereits am nächsten Tag eine Darm- und vor allem schmerzende Afterentzündung und Hämorrhoiden. Weshalb ich Zucker konsequent mied. Die letzten Tage habe ich um ein wenig zu experimentieren und die Grenzen auszutesten jeden Tag Kuchen gegessen. Vor drei Tagen vier Kuchenstücke, vorgestern zwei, gestern drei und heute wieder drei Kuchenstücke. Mir ist natürlich bewusst, dass das alles andere als gesund ist. Um wieder schnell an Gewicht zuzunehmen, ergänze ich meinen täglichen Auflauf und Möhrensuppe um eine fettreiche Mahlzeit pro Tag und vorübergehend um Kuchen und Fettes. Natürlich alles selbstgemacht.
  • Seit der Stuhltransplantation habe ich innerhalb eines Monats über drei Kilogramm zugelegt.
  • Ich muss sagen, meine Konsequenz in der Ernährungsumstellung haben mich nur wenig eingeschränkt, aufgrund der unter anderem auch dadurch zwei jährigen symptomarmen Zeit. Aber ich muss zugeben, mal wieder richtig reinzuhauen und tatsächlich alles zu essen, auf was ich Lust habe, bereitet mir große Freude!

Wichtig:

Was ich erwähnen muss ist, dass mein stabiler Zustand nicht ausschließlich auf die Stuhltransplantation zurückzuführen ist. Aber sie ermöglicht mir meinen Crohn flexibler und deutlich effektiver zu behandeln. Damit meine ich, dass viele Naturheilmittel, die meinem Darm normal Probleme bereiten, heute wieder eine hervorragende Wirkung erzielen. Ich nehme also an, dass die Stärkung der Darmflora bei meinem Morbus Crohn eine existentielle Rolle einnimmt, um eine effektive Entzündungshemmung mit natürlichen Entzündungshemmern zu verstärken. Würde ich also normal essen, auf was ich Lust habe, aber Cannabis & Co. weglassen würde, würde ich wieder Durchfall bekommen. Die Stuhltransplantation in Verbindung mit meiner bisherigen Therapie verursacht eine medizinische Wirkung, die ich mir nicht erklären kann. Nach sieben Jahren schwerem Verlauf und zwei Jahren sehr guter Zeit mit Cannabis und ohne Medikamente, macht sich nun eine Phase erkennbar, die für mich höchst erstaunlich ist. Ich fühle mich beinah so, als wäre mein Crohn nicht mehr aktiv. Das hatte ich in neun Jahren Krankheit nur vereinzelt, aber nie in dieser Form.

Das bedeutet mit einer gesunden Darmflora wirken bei mir Cannabis, Weihrauch, Kurkuma, Bitterkräuter und weitere natürliche Entzündungshemmer nochmals deutlich effektiver, als eh schon.

Ab sofort werde ich regelmäßig eine Stuhltransplantation durchführen und schauen, wie sich mein Darm verhält. Ich kann heute aber schon mal sagen, dass meine Experimente mit Cannabis und der Stuhltransplantation, die entscheidenden meiner Krankengeschichte darstellen. Meine Erfahrungen und Erlebnisse verfestigen mich in meiner subjektiven Überzeugung, dass die Entzündungsreduktion mit mehreren starken Entzündungshemmern/Naturstoffen, Verzicht auf Schädliches und die Aufrechterhaltung der Darmflora eine entscheidende Rolle spielen könnte, bei der Behandlung der chronischen Autoimmunerkrankung Morbus Crohn.

Eine Alternative zur Stuhltransplantation, welche ebenfalls die Darmflora stärken kann, aber mit weniger Risiken verbunden ist, wäre zum Beispiel der Wasserkefir.

Falls Du den Artikel interessant fandest, würde ich mich freuen, wenn Du ihn verbreitest. Vielen Dank für Deine Unterstützung!

20 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Mich würde interessieren, ob du nach der ersten Stuhltransplantation mit den Kapseln mehr Durchfall, Bauchgrummeln, Übelkeit oder sowas hattest. Was waren bei dir die Nebenwirkungen? Wenn man Kapseln einfriert, sollte man Glycerin dazugeben. Steht im Buch „Alles Stuhl“.

    Ich habe nur noch 3 Lebensmittel, die ich essen kann. Ich würde gerne meinen Mann nehmen. Bin am Überlegen es per Einlauf zu machen, ist die sicherste Methode. Aber ich habe wie du hinten schon Reizungen und auch eine Fissur.

    Wo hast du die Anleitung dazu gefunden? Hast du magensaftresistente Kapseln genommen?

    Antworten
    • Guten Abend Bärbel.
      Bei der ersten Stuhltransplantation war es so, dass mir das gar nicht auffiel, weil da mein Zustand noch nicht 100% stabil war. Bei den 2 letzten, seitdem es mir deutlich besser geht, war so, dass ich am ersten Tag darauf eine deutliche Besserung verspürte. Ab dem 2. Tag traten aber leichte Nebenwirkungen auf. Etwas Durchfall und durchaus auch begrenzt Bauchgrummeln. Nach ein paar Wochen legte sich das und dann kam die beeindruckende Wirkung und vor allem die deutlich verstärkte Verträglichkeit gegenüber Lebensmitteln. Übelkeit hatte ich nicht. Da ich die Kapseln immer direkt schlucke und nicht einfriere, kann ich dazu nichts sagen. Ich habe durchsichtige und vegetarische Kapseln bestellt. Ich las mir englische Berichte über die Thematik durch. Dabei fiel mir auf, dass mehrmals von 20 Kapseln die Rede war und sie über 2 Tage eingenommen werden sollten. Zum Einlauf, das wollte ich vermeiden, weil ich seit einer schmerzhaften Arztbehandlung. Auch ist mir die Zubereitung des Einlaufs zu aufwendig. Die Kapsel Befüllung empfand ich da als einfacher. Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles alles Gute und hoffe, dass Du bald wieder mehr verträgst und deine Symptome zurückgehen. Dennoch der Hinweis: Ich würde dich darum bitten eine Stuhltransplantation immer mit einem Arzt durchzuführen, aufgrund der unkalkulierbaren Risiken, die man eingeht, wenn man es macht wie ich.
      Herzlichen Gruß und alles Gute!
      Dein Manuel

      Antworten
  • Hallo Manuel,
    habt ihr den Kot direkt in die Spritzen gezogen und dann verkapselt oder vorher in Salzwasser gelöst?

    LG
    John

    Antworten
    • Hallo John.
      Wir haben den Kot ohne Salzwasser direkt in die Spritzen geführt und dann verkapselt. Ich muss aber dennoch darauf hinweisen, dass es sogar lebensgefährliche Folgen haben kann, eine Stuhltransplantation ohne Arzt durchzuführen. Bitte lass also unbedingt den Spenderkot untersuchen und führe die Prozedur bitte nur mit einem Arzt durch.
      Dir gesundheitlich alles alles Gute!
      Herzlichen Gruß, Dein Manuel

      Antworten
    • Sehr cooler Beitrag, Respekt, was du dir an Selbstüberwindung abverlangt hast.

      Ich, selbst auch MC Patient, interessiere mich sehr für das Thema. Aber ob ich mir jemals verkapselten Kot a la Marke Eigenbau reinpfeiffen könnte? Ich glaube nicht….

      Gibt es denn keine Kliniken, die das Thema in Studien aufgreifen? Wenn ja: wo?

      LG, Jan

      Antworten
      • Guten Abend Jan.
        Vielen Dank für die lieben Worte! Ja am Anfang war das durchaus unangenehm. Mittlerweile bin ich da so in der Routine drin, dass es locker und zügig von Statten geht. Das ist auch gut so, dass du es nicht so machst, wie ich. Das Thema ist in Deutschland leider noch etwas unterbesetzt und die Wirkung umstritten. Deswegen werde ich auch nicht müde, auf die unkalkulierbaren Risiken hinzuweisen. Es gibt aber meines Wissens nach durchaus Ärzte, die eine Stuhltransplantation durchführen. Ich persönlich kenne keinen Arzt, aber einfach mal googlen. Privat-Ärzte gibt es auf jeden Fall.
        Lieben Gruß zurück, Dein Manuel

        Antworten
  • Ich habe erst vor kurzem 3 Dokus auf Arte gesehen, wo es um dem Darm ging und auch über Stuhltransplantationen gesprochen wurde und dem Zusammenhang zwischen Darmerkrankungen, Diabetes Typ 2 und Multiple Sklerose.
    Man fand zumindest bei Mäusen raus, dass bei der Bekämpfung von Krebs bestimmte Darmbakterien notwendig sind, weil die Chemo sonst nicht anschlägt.
    In den Dokus wurde auch darüber gesprochen, das der Grund für solche Erkrankungen, das Aussterben von bestimmten Darmbakterien ist.
    Man vermutet, dass Antibiotika, verarbeitete Lebensmittel und Kaiserschnitte die Ursache dafür sind.

    Mich würde es auf jeden Fall sehr interessieren, wie es mit dir weitergeht. Vielleicht kannst du auch anderen erkrankten damit Mut machen.

    Antworten
    • Guten Abend Elvira!
      Vielen Dank für die super lieben Worte und das Interesse an meiner Geschichte! Für mich ist das auch ein sehr spannendes Thema mit dem ich mich nun seit Jahren beschäftige. Ich habe mittlerweile nun seit ich glaube etwas mehr als 2 Monaten meine 4. Stuhltransplantation hinter mir. Werde zeitnah einen neuen Blog Eintrag dazu schreiben, aber so viel sei schon mal gesagt. Mir geht es nach wie vor hervorragend. Seit ein paar Tagen gibt es mich auch auf Youtube.
      Hier werde ich dann auch bald ein Video zur Stuhltransplantation veröffentlichen. Falls Dich mein Verlauf interessiert, schau dir doch das verlinkte Video an. Hier steckt mein ganzes Herzblut und viel Arbeit drin.
      Ganz liebe Grüße an dich, Dein Manuel

      Antworten
  • Juten Tag, ich muss zu dem Thema auch mal meinen Senf dazu geben.
    Angeregt durch diesen Artikel habe ich mich ebenfalls eines selbst durchgeführten Tranfers unterzogen.
    Spender war meine gesunde und nie erkrankte Freundin, die keine großen Probleme mit der Gesundheit hat.

    Ich habe die magensaftresistenen Kapseln gekauft, zum selber befüllen, dazu spritzen, mit mindestens 10ml inhalt. Dann ab aufs Klo mit der Dame. Es gab bis es dazu gekommen ist, erstmal viele Abwehrreaktionen und Ekel und dann haben wir uns gemeinsam zu diesem Schritt entschlossen. Ich hatte seit mehr als 6 Monaten dauer Durchfall und mein Mikrobiom war wohl sehr durch den Wind, denn sonst hätte ich mit dem Transfer nich so gute Resultate bekommen. Ich habe es auf nüchternen Magen morgens genommen, und gehofft, das es solange wie möglich im Darm bleibt. In manchen Studien wird bei Stuhltranfer zusätzlich Loperamid (Ein Darmperistaltik verlangsamer) gegeben. Dabei bleibt das ganze noch länger im Darm. Wir haben bis jetzt 3 mal 2 Tage mit jeweils etwa 2 Wochen Abstand, den Transfer durchgeführt. Dabe etwa 20 Tabletten. Laut den Studien kann man die Tabletten auch ersteinmal einfrieren, da die Bakterienkultur dadurch nicht zerstört wird. Ich habe sie sowohl direkt geschluckt, als auch eingefroren. Auffällig war, das ich immer die erste Woche stärkeren Durchfall, als sowieso schon bekommen habe, und folgend sich dann sehr schnell der Stuhl gebessert hat, hin zu festen Stuhl. Man glaubt es kaum. Es waren nicht alle Probleme fort, aber es hat mir einen enormen Lebensgewinn eingebracht. Mit Absprache mit meinem Arzt, führen wir noch einmal einen Transfer unter Endoskopie und Darmleerung durch. Ich bin gespannt.

    Antworten
    • Hallo “Zauberer”
      Es freut mich riesig, dass Du meinen Artikel gelesen und Dich so intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hast. Einfach toll, dass Du ähnliche Erfahrungen, wie ich machen konntest. Auch wenn ich es natürlich nicht empfehlen kann, eine Stuhltransplantation ohne einen Arzt durchzuführen, bin ich von deinem Kommentar echt total begeistert. Einfach super, dass sich dein Zustand so verbessert hat! Und auch interessant, dass Du auch eine Erst-Verschlechterung wahrnehmen konntest. Ich hoffe sehr, dass Dein Zustand weiter stabil bleibt und wünsche Dir viel Erfolg und viel Motivation für Deine zukünftigen Experimente. Bleib stark und ich würde mich freuen, mal wieder von Dir zu hören! Herzlichen Dank für die Veröffentlichung Deines Erfahrungsberichts.
      Lieben Gruß, Dein Manuel

      Antworten
  • Vielen Dank für diese ausführliche Erläuterung…

    Antworten
    • Vielen Dank Eddie für Deinen wertschätzenden Kommentar. Auch wenn die Stuhltransplantation ein sensibles und riskantes Verfahren ist, halte ich es für wichtig meine Erfahrung auf diesem Gebiet zu teilen.
      Einen erholsamen Sonntag wünsche ich.
      Herzlichen Gruß, Dein Manuel.

      Antworten
  • Hallo Manuel,
    an dieser Stelle Gratulation zu diesem Erfolg. Ich bin auch Crohn Patientin, habe es nicht so schlimm, habe im Sommer eine offizielle Stuhltransplantation gemacht, diese hielt drei Tage vor. Wir haben mir dann mehrmals etwas Stuhl meines Mannes rektal mit einem Q- Tip verabreicht.. Da ich auch noch eine „Mikrobiomsanierung“ mache, also außer den Präbiotika nehme ich jetzt noch einen Laktobacillen Drink, und zum Nachtisch einen Heilerde Drink, kann man schwer sagen, was geholfen hat. Nach der letzten Mikrobiomanalyse habe ich jetzt eine Artenvielfalt von 5, also normal, und, wenn ich keine zu großen Essensexperimente mache, ein bis drei Stuhlgänge am Tag. Was aber dennoch im meinem Mikrobiom fast fehlt, sind die Akkermansia Keine, die werden sich hoffentlich noch weiter vermehren, einige wenige habe ich.

    Herzlich
    Caroline

    Antworten
    • Hallo Carolin!
      Herzlichen Dank für Deine lieben Worte und dass Du deine Erfahrung hier teilst. Dein Erfolg freut mich ebenfalls. Super, dass Du dein Schicksal versuchst selbst in die Hände zu nehmen. Aus eigener Erfahurng kann ich sagen, meistens lohnt erse sich auf lange Sicht. Irgendetwas hilft, auch wenn es lange dauern kann bis man es findet. Ich hoffe sehr, dass es bei Dir weiter voran geht und wünsche Dir gesundheitlich nur das Beste!
      Ganz liebe Grüße, Dein Manuel!

      Antworten
  • Thanks I am a mother and very busy! This helped me alot!

    Antworten
  • Manuel
    Martina Batsch
    2. Juli 2019 13:54

    Vielen Dank für deinen interessanten Artikel. Ich stimme dir voll zu, dass eine gesunde Darmflora viel zur Besserung beiträgt. Da ich selbst einige Krankheiten habe, hab ich auch die Erfahrung machen müssen , wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht ist, dann geht es mir viel schlechter.
    Es ist schön zu lesen, dass es dir damit gut geht.
    Mach so weiter.

    Antworten
    • Manuel
      Manuel Raff
      3. Juli 2019 19:23

      Hallo Martina.
      Freut mich von Dir zu lesen! Ja ich denke ebenfalls, eine gesunde Darmflora ist unerlässlich für Morbus Crohn Patienten und auch für einen gesunden Menschen.
      Danke für die lieben Worte!
      Lieben Gruß
      Dein Manuel

      Antworten
  • Danke für diesen tollen Beitrag. Mach bitte weiter so.

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