Cannabis und THC – Wie gefährlich sind die Risiken? Studien & Tipps

Als Cannabis Patient (THC & CBD) und an Morbus Crohn Leidender bin ich, Manuel Raff ein klarer Befürworter und werbe für einen sachlichen und unvoreingenommenen Austausch über Cannabinoide. Mir ist es wichtig, dass wir Cannabis als das anerkennen, was es ist. Eine Pflanze mit hohem medizinischen Potential. Seit ich aus medizinischen Gründen Cannabis zu mir nehme, bin ich vollständig medikamenten- und beinah symptomfrei. Seitdem war ich nicht mehr im Krankenhaus und auch nicht in Reha. Das berauschende Kraut gab mir ein Leben zurück, eines das mir Spaß macht und eines, dass ich als lebenswert bewerte. Aber genug der positiven Worte. Denn darüber habe ich schon ausgiebig geschrieben und informiert. In diesem Beitrag geht es weniger um CBD, sondern um eine sensibles, aber dennoch wichtiges Thema. Um die Risiken und Gefahren von Tetrahydrocannabinol, Kurzform THC.

Die Risiken einer THC und Cannabis Abhängigkeit

Das Risiko einer Abhängigkeit sollte nicht unterschätzt werden. Weltweit konsumieren laut WHO Studie (Stand 2014) 181,8 Millionen Menschen aus nicht medizinischen Gründen die psychoaktiven Blüten. Die Unsicherheitsschätzung liegt zwischen 128,5 bis 232,1 Millionen Konsumenten. Abhängig seien 13,1 Mio. Laut WHO können gute Noten in der Schule, ein funktionierendes Elternhaus in der Pubertät, ein gutes Umfeld, aber auch Religionszugehörigkeit eine Cannabis Suchtgefahr reduzieren.

Was sind die Kurzzeitfolgen von Tetrahydrocannabinol?

  • Die Einnahme der Blüten kann Panikattacken und Halluzinationen verursachen.
  • Neben Euphorie und einer verzögerten Reaktionszeit können auch Übelkeit und Brechreiz folgen.
  • Aber auch Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen sind laut WHO ein Risiko.

Und was sind die möglichen Langzeitfolgen von THC und Cannabis?

  • Das Risiko einer Cannabis Sucht liegt bei erstmaligen Konsum bei 1:10. Bei täglichem Konsum liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:3.
  • Eine Folge des regelmäßigen Tetrahydrocannabinol Konsums kann der Rückzug aus dem Umfeld und dem Alltag darstellen.
  • Bei Personen mit Neigungen zu Depressionen steigt die Gefahr zu Psychosen, einer allgemeinen Anspannung und das Selbstmordrisiko.
  • Laut einer neuseeländischen Studie leiden bei regelmäßiger THC Einnahme der IQ und das Erinnerungsvermögen. Eine Veränderung der Hirnstruktur konnte ebenfalls belegt werden.
  • Weitere Studien schießen auf ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Abhängigkeit von Cannabis und THC
Konsument mit THC haltigem Joint

Das heutige THC Problem und die Lösung von morgen

Das haupt-verantwortliche Cannabinoid, das den Rausch verursacht ist Tetrahydrocannabinol. Seit einigen Jahren werden die pharmazeutischen Eigenschaften aber auch die Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von THC untersucht. Das ist durchaus wichtig, denn der Cannabis Rausch aus den 70’er Jahren hat wenig gemeinsam mit den Wirkungen der heutigen Blüten. Enthielten die Blüten früher zwischen 3-7% THC, arbeiten die Züchter heute an Cannabis Blüten, die zwischen 7-18% Tetrahydrocannabinol enthalten. Im seltenen Fall auch mal mehr. Und genau hier liegt das Risiko. Denn der Dealer fragt nicht nach dem Ausweis und er testet auch nicht auf THC Gehalt, Streckmittel und Schadstoffe. Häufige Streckmittel sind zum Beispiel Haarspray und Blei. Selbst gefährliche Koli Bakterien wurden bereits in Cannabis Blüten vom Schwarzmarkt entdeckt. Durch eine Legalisierung könnte man die Gefahren der Schadstoffe umgehen. Mit strikten Regulierungen, die einen THC Grenzwert festlegen, könnte man mit einer Cannabis Legalisierung die Risiken einer Psychose oder anderen Langzeitfolgen reduzieren.

Die Tetrahydrocannabinol Lösung? CBD!

Neben THC schätzt die Medizin vor allem Cannabidiol / CBD. Der Vorteil von CBD liegt in der nicht berauschenden Wirkung. Wie vorher erwähnt ist Tetrahydrocannabinol für das erhöhte Risiko einer Psychose verantwortlich. Bei einer Cannabis Legalisierung wäre es also nicht nur von Vorteil einen THC Grenzwert festzulegen, sondern auch einen CBD Mindestwert. Denn neben der nicht psychoaktiven Wirkung profitiert der CBD Anwender vor allem von beruhigenden, entspannenden, entkrampfenden, aber auch von anti-depressiven Effekten. Das heißt Cannabis mit einem regulierten THC Gehalt und einem hohen CBD Gehalt reduziert das Risiko einer Psychose.

Meine Erfahrung als Cannabis Patient:

Als Morbus Crohn Patient nehme ich dank meiner Blüten Zulassung im Monat 60 Gramm ein. Nach 2 monatiger und täglicher 2 Gramm Einnahme einer stark sativa-lastigen und -psychoaktiven Sorte mit über 22% THC ging mir die Wirkung etwas auf den Kopf. In den Monaten darauf reduzierte ich den THC Gehalt, indem ich die Sorten wechselte und auch mal zwischendurch CBD und Tetrahydrocannabinol Mischsorten einnahm. Das CBD erhöhte die Entzündungshemmung des Morbus Crohn und vor allem die allgemeine Verträglichkeit der Cannabis Einnahme. Nun nehme ich seit etwa 2,5 Jahren medizinisch Cannabis ein und hatte, seit ich regelmäßig CBD einnehme, kein einziges Mal mehr Probleme mit der Verträglichkeit von THC. Ich empfinde es total erstaunlich, dass die Pflanze eine eigene Lösung für das Risiko der Verträglichkeit bietet.

Mein Tipp an Patienten:

Ich würde neuen Patienten ohne Cannabis Erfahrung, dringend dazu raten mit CBD oder THC und CBD Mischsorten die Behandlung zu starten. Der Tetrahydrocannabinol Gehalt kann falls notwendig, während der Therapie mit einer THC Wirkstoff Gewöhnung Schritt für Schritt erhöht werden.

Cannabis gegen Akne? Nur bedingt!

Immer wieder hört man von der wohltuenden Wirkung von Cannabis gegen unterschiedliche Hautprobleme. Das stimmt auch soweit, zum Beispiel bei Akne und Pickeln. Aber nun mal nur bedingt. CBD ist im Stande Akne und Hautprobleme, dank der entzündungshemmenden und Talg reduzierenden Wirkung zu reduzieren. Damit beschäftigte sich eine Cannabis Studie und kam zu überzeugenden Ergebnissen. Die Autoren der Studie fügten hinzu, dass es bisher keine geeigneten Mittel gibt, die Akne bekämpfen, überschüssiges Talg reduzieren und gleichzeitig keine Nebenwirkungen verursachen. CBD könnte hier eine sanfte Alternative darstellen. Wichtig ist, dass eine CBD Creme ohne haut-reizende und chemische Stoffe auskommt. Im besten Fall sogar Bio-zertifiziert ist.

Doch eben nur CBD. Eine selbst hergestellte THC Creme könnte zu gegenteiligen Ergebnissen führen. Denn Tetrahydrocannabinol reduziert nicht die Talg Produktion, sondern erhöht sie auch noch. Das kann eine fettige Haut begünstigen, die eine gute Basis für Hautunreinheiten und Pickel ebnet. THC oder Cannabis Konsum gilt bei starker Akne also unbedingt zu vermeiden.

Mein Fazit zu den Risiken von Cannabis:

Auch als THC Befürworter sollten wir uns einem kritischen Austausch nicht verwehren, die Kritik der Wissenschaft ernst nehmen und uns selbst überprüfen, ob wir an unserem Konsum oder unserer medizinischen Cannabis Einnahme etwas optimieren können. Als Patient bin ich der Ansicht, dass wir uns nicht ausschließlich auf das Cannabinoid THC fokussieren sollten. Besonders bei täglichem Cannabis Konsum, erachte ich es als enorm wichtig, die THC lastigen Blüten, immer mit etwas CBD zu kombinieren, um langfristig mögliche Risiken zu reduzieren. Ich stelle aber auch fest, dass Cannabis als psychoaktive Substanz, im Vergleich zu anderen Drogen oder Medikamenten, wie zum Beispiel Alkohol oder Opiaten ein überschaubares Risiko an starken Nebenwirkungen oder Folgeerkrankungen verursacht. Das belegt nicht zuletzt die Studie und das Ranking des Schadenpotentials von Drogen, in dem THC haltiges Cannabis in der 2. Hälfte und deutlich hinter Alkohol und Tabak rangiert. Dass die Blüten neben den Risiken ein enorm pharmazeutisches Potential besitzen, bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass immer noch zu wenig als Kulturgut und Medikament gewürdigt wird. Ich würde mir von den Kritikern also ebenfalls wünschen, dass sie nicht nur die Nachteile und Risiken beachten, sondern vor allem auch das Potential.

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